Säule 3a Schweiz 2026: Maximalbetrag, Steuern, Auszahlung & Tipps
Säule 3a einfach erklärt: Maximalbetrag 2026 (CHF 7'258 / CHF 36'288), Steuerersparnis, wer einzahlen darf, Auszahlung und Besteuerung, mehrere Konten, Nachzahlung – und ob Konto, Fonds oder App die bessere Wahl ist.
Inhalt
Säule 3a
Die Säule 3a (gebundene Vorsorge) ist der steuerlich geförderte Teil der privaten Vorsorge in der Schweiz. Sie ergänzt AHV (1. Säule) und Pensionskasse (2. Säule). Einzahlungen sind bis zu einem jährlichen Maximalbetrag vom steuerbaren Einkommen abziehbar, das Kapital ist bis fünf Jahre vor dem AHV-Referenzalter gebunden und wird beim Bezug zu einem reduzierten Satz besteuert.
Kurz erklärt
Warum die Säule 3a für fast alle Erwerbstätigen sinnvoll ist
Drei Gründe sprechen für die Säule 3a, unabhängig von Einkommen und Alter:
Beispiel: Anna, 35, Zürich, CHF 90'000 Bruttolohn
Grenzsteuersatz rund 25% (Bund, Kanton, Gemeinde zusammen):
| Einzahlung | CHF 7'258 (Maximalbetrag 2026) |
| Steuerersparnis pro Jahr | CHF 7'258 × 25% = rund CHF 1'815 |
| Über 30 Jahre | rund CHF 54'000 Steuerersparnis, ohne Rendite gerechnet |
| Effektive Kosten der Vorsorge | CHF 5'443 pro Jahr für CHF 7'258 Vorsorgekapital |
Wer darf in die Säule 3a einzahlen?
Voraussetzung: AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen
Einzahlen darf, wer im betreffenden Jahr in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Einkommen aus Arbeit erzielt.
Steuern: Was die Säule 3a bringt und was der Bezug kostet
Bei der Einzahlung
Die Einzahlung reduziert das steuerbare Einkommen bei Bund, Kanton und Gemeinde. Die Ersparnis entspricht ungefähr Einzahlung × Grenzsteuersatz.
Beim Bezug
Das Kapital wird einmalig und getrennt vom übrigen Einkommen besteuert – zu einem reduzierten Satz.
Auszahlung: Wann kommt man an das Geld?
Ordentlicher Bezug
Vorzeitiger Bezug (Ausnahmen)
Konto, Vorsorgefonds oder 3a-App: Welche Lösung passt?
Drei Wege, dasselbe Steuerprivileg
Die Steuerersparnis ist bei allen drei Varianten identisch. Unterschiede gibt es bei Rendite, Risiko und Kosten.
Mehrere 3a-Konten und Nachzahlung
Mehrere Konten
Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für die Anzahl 3a-Konten. Entscheidend ist, dass die Summe aller Einzahlungen den Maximalbetrag nicht überschreitet.
Nachzahlung seit 2025
Neu können Beitragslücken nachträglich geschlossen werden.
Maximalbeträge Säule 3a 2023 bis 2026
Der kleine Maximalbetrag gilt für Erwerbstätige mit Pensionskasse, der grosse für Erwerbstätige ohne Pensionskasse (20% des Nettoerwerbseinkommens, höchstens der genannte Betrag). Die Beträge sind an die maximale AHV-Rente gekoppelt und werden in der Regel alle zwei Jahre angepasst.
| Jahr | Mit Pensionskasse | Ohne Pensionskasse (max.) |
|---|---|---|
| 2023 | CHF 7'056 | CHF 35'280 |
| 2024 | CHF 7'056 | CHF 35'280 |
| 2025 | CHF 7'258 | CHF 36'288 |
| 2026 | CHF 7'258 | CHF 36'288 |
Alle Beträge seit 2015 und die Regeln im Detail: [Säule 3a Maximalbetrag](/saeule-3a/maximalbetrag). Teilzeit ändert den Maximalbetrag nicht: Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, darf CHF 7'258 einzahlen, auch bei kleinem Pensum. Wer keiner Pensionskasse angeschlossen ist, darf höchstens 20% des Nettoeinkommens einzahlen – bei CHF 20'000 Einkommen also CHF 4'000.
Die Säule 3a ist das einzige Vorsorgeinstrument in der Schweiz, bei dem der Staat die Einzahlung direkt mitfinanziert: Jeder eingezahlte Franken reduziert das steuerbare Einkommen, die Erträge wachsen steuerfrei, und der Bezug wird zu einem reduzierten Satz besteuert. Trotzdem zahlt ein erheblicher Teil der Erwerbstätigen nicht oder nicht den Maximalbetrag ein, und ein grosser Teil des Guthabens liegt auf tief verzinsten Konten.
Die drei Säulen im Überblick
Das Schweizer Vorsorgesystem baut auf drei Säulen. Die AHV (1. Säule) sichert die Existenz und wird im Umlageverfahren finanziert. Die Pensionskasse (2. Säule, BVG) soll zusammen mit der AHV rund 60% des letzten Lohns ersetzen; Details im Artikel BVG/LPP erklärt. Die 3. Säule ist freiwillig und teilt sich in die gebundene Säule 3a mit Steuerabzug und die freie Säule 3b ohne Bindung und ohne Abzug – der Unterschied ist im Artikel Säule 3a vs. 3b erklärt.
Die Lücke zwischen dem letzten Lohn und den Renten aus AHV und Pensionskasse heisst Vorsorgelücke. Bei mittleren und höheren Einkommen liegt sie häufig bei 30 bis 40% des Lohns. Wie gross sie im eigenen Fall ist, zeigt der Vorsorgelücken-Rechner.
Was «gebunden» konkret bedeutet
Das Kapital in der Säule 3a ist bis fünf Jahre vor dem Referenzalter blockiert. Diese Bindung ist der Preis für den Steuerabzug. Sie hat aber auch einen praktischen Vorteil: Das Geld ist dem Alltagsbudget entzogen und bleibt für die Vorsorge reserviert.
Die Bindung ist nicht absolut. Für den Kauf oder die Amortisation des selbstbewohnten Eigenheims, beim Schritt in die Selbständigkeit, bei definitiver Auswanderung oder für den Einkauf in die Pensionskasse darf das Guthaben vorzeitig bezogen werden. Das Pfandrecht ist eine weitere Option: Wer das 3a-Guthaben für eine Hypothek verpfändet statt bezieht, behält den Steuervorteil und die Anlage.
Konto oder Wertschriften: die wichtigste Entscheidung
Die meisten 3a-Guthaben liegen auf Konten. Dort sind sie sicher, werfen aber kaum Zins ab; die Zinssätze reichen aktuell von null bis knapp unter einem Prozent, wie der 3a Zinsvergleich zeigt. Bei 20 oder 30 Jahren Anlagehorizont ist das die teurere Variante: Breit gestreute Wertschriften haben historisch 4 bis 6% pro Jahr erzielt. Auf CHF 7’258 jährlich macht das über 30 Jahre einen Unterschied von mehreren hunderttausend Franken.
Die Wahl zwischen Konto und Wertschriften hängt fast ausschliesslich vom Anlagehorizont ab: Unter fünf Jahren bis zum Bezug gehört das Geld auf das Konto, ab zehn Jahren in Wertschriften. Dazwischen ist eine tiefere Aktienquote sinnvoll. Für Wertschriften stehen zwei Wege offen: die Vorsorgefonds der Banken und die 3a-Apps mit ETF-basierten Strategien. Was dafür und dagegen spricht, steht im Artikel Wertschriftensparen in der Säule 3a.
Kosten entscheiden über die Rendite
Bei Wertschriftenlösungen sind die Kosten der grösste steuerbare Hebel. Die Gesamtkostenquote, kurz TER, reicht bei Bank-Vorsorgefonds von unter 0.4% bis über 1.3% pro Jahr. Ein Prozentpunkt Unterschied kostet über 30 Jahre bei maximaler Einzahlung rund CHF 60’000 Endkapital. Die 3a-Apps liegen mit All-in-Gebühren von 0.4 bis 0.6% im günstigen Bereich. Das Ranking der günstigsten 3a-Lösungen zeigt den Stand aller Angebote.
Säule 3a bei Versicherungen
Neben Banken und Apps bieten auch Lebensversicherer 3a-Lösungen an, meist als fondsgebundene Policen mit Risikoschutz. Sie koppeln Sparen und Versichern, sind in der Regel teurer und weniger flexibel als Banklösungen und bei vorzeitiger Auflösung mit Verlusten verbunden. Wer Risikoschutz braucht, fährt mit einer getrennten Risikoversicherung und einer Bank- oder App-Lösung in der Regel günstiger. Der Artikel Stiftung vs. Banklösung erklärt die Unterschiede der Anbieterformen.
Der richtige Zeitpunkt: früh im Jahr, früh im Leben
Zwei Zeitpunkte zählen. Innerhalb des Jahres bringt eine Einzahlung im Januar bei Wertschriften ein knappes Jahr mehr Anlagezeit als eine Einzahlung im Dezember; wer das Budget nicht auf einmal hat, zahlt per Dauerauftrag monatlich ein. Über das Leben gesehen zählt der frühe Start: Dank Zinseszins wiegt die Einzahlung mit 25 am Ende etwa doppelt so schwer wie die gleiche Einzahlung mit 40. Wie sich Einzahlungen, Rendite und Kosten bis zur Pensionierung entwickeln, lässt sich im Vorsorgerechner mit dem eigenen Produkt durchrechnen.
Häufige Fehler bei der Säule 3a
Zu spät starten
Wer mit 25 statt mit 40 beginnt, hat bei gleicher Jahreseinzahlung und 4% Rendite am Ende rund doppelt so viel Kapital.
Jahrzehntelang auf dem Konto parkieren
Bei 20 Jahren Horizont kostet die Differenz zwischen 0.5% Zins und 4% Fondsrendite mehr als die gesamte Steuerersparnis.
Einzahlung erst im Januar gutschreiben lassen
Zählt fürs neue Jahr; die Lücke im alten Jahr lässt sich erst seit 2025 und nur unter Bedingungen schliessen.
Alles in einem Gefäss ansparen
Ohne mehrere Konten ist keine Staffelung möglich – der Bezug landet in einer höheren Progressionsstufe.
Begünstigung nicht regeln
Im Todesfall gilt die gesetzliche Reihenfolge (Ehepartner, dann Kinder); Konkubinatspartner müssen schriftlich begünstigt werden.
Checkliste: Säule 3a optimal nutzen
Jährlich den Maximalbetrag einzahlen
CHF 7'258 (2026) mit Pensionskasse; am einfachsten per Dauerauftrag
Gutschrift bis Mitte Dezember sicherstellen
Massgeblich ist die Buchung beim Anbieter bis 31.12.
Bei über 10 Jahren Horizont in Wertschriften anlegen
Fonds oder App statt Konto; Aktienquote zum Horizont passend
Gesamtkosten vergleichen
TER bzw. All-in-Fee unter 0.6% ist heute Standard bei günstigen Anbietern
Ab CHF 50'000 ein weiteres Konto eröffnen
Ermöglicht die gestaffelte Auszahlung
Begünstigung prüfen
Besonders im Konkubinat oder bei Patchwork-Familien
Bezug mit der Pensionskasse abstimmen
3a- und PK-Kapitalbezüge im selben Jahr werden zusammengezählt
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Häufige Fragen
Direkt zum Vergleich
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