Schweiz

Säule 3a Schweiz 2026: Maximalbetrag, Steuern, Auszahlung & Tipps

Säule 3a einfach erklärt: Maximalbetrag 2026 (CHF 7'258 / CHF 36'288), Steuerersparnis, wer einzahlen darf, Auszahlung und Besteuerung, mehrere Konten, Nachzahlung – und ob Konto, Fonds oder App die bessere Wahl ist.

• 10 Min.
Definition

Säule 3a

Die Säule 3a (gebundene Vorsorge) ist der steuerlich geförderte Teil der privaten Vorsorge in der Schweiz. Sie ergänzt AHV (1. Säule) und Pensionskasse (2. Säule). Einzahlungen sind bis zu einem jährlichen Maximalbetrag vom steuerbaren Einkommen abziehbar, das Kapital ist bis fünf Jahre vor dem AHV-Referenzalter gebunden und wird beim Bezug zu einem reduzierten Satz besteuert.

Kurz erklärt

Maximalbetrag 2026
CHF 7'258 mit Pensionskasse; ohne Pensionskasse 20% des Nettoeinkommens, max. CHF 36'288
Steuervorteil
Einzahlung voll abziehbar – je nach Grenzsteuersatz CHF 1'500 bis 2'500 Ersparnis pro Jahr
Wer darf einzahlen
Alle mit AHV-pflichtigem Erwerbseinkommen in der Schweiz, bis maximal 5 Jahre über das Referenzalter
Bezug
Frühestens 5 Jahre vor dem Referenzalter; früher nur für Eigenheim, Selbständigkeit, Auswanderung, Invalidität
Anlageformen
3a-Konto (Zins, kein Kursrisiko), Vorsorgefonds der Banken oder 3a-Apps mit ETF-Strategien
Neu seit 2025
Beitragslücken ab 2025 können bis 10 Jahre rückwirkend nachgezahlt werden

Warum die Säule 3a für fast alle Erwerbstätigen sinnvoll ist

Drei Gründe sprechen für die Säule 3a, unabhängig von Einkommen und Alter:

Steuern sparen: Bei CHF 90'000 steuerbarem Einkommen und 28% Grenzsteuersatz bringt die Maximaleinzahlung rund CHF 2'000 Steuerersparnis pro Jahr – der Staat finanziert die Vorsorge mit.
Vorsorgelücke schliessen: AHV und Pensionskasse ersetzen in der Regel nur 60 bis 70% des letzten Lohns. Wer den gewohnten Lebensstandard halten will, braucht die dritte Säule.
Steuerfreies Wachstum: Zinsen, Dividenden und Kursgewinne sind während der gesamten Laufzeit einkommenssteuerfrei, das Guthaben ist vermögenssteuerfrei. Über 30 Jahre ist dieser Effekt bei Wertschriften erheblich.

Beispiel: Anna, 35, Zürich, CHF 90'000 Bruttolohn

Grenzsteuersatz rund 25% (Bund, Kanton, Gemeinde zusammen):

Einzahlung CHF 7'258 (Maximalbetrag 2026)
Steuerersparnis pro Jahr CHF 7'258 × 25% = rund CHF 1'815
Über 30 Jahre rund CHF 54'000 Steuerersparnis, ohne Rendite gerechnet
Effektive Kosten der Vorsorge CHF 5'443 pro Jahr für CHF 7'258 Vorsorgekapital

Wer darf in die Säule 3a einzahlen?

Voraussetzung: AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen

Einzahlen darf, wer im betreffenden Jahr in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Einkommen aus Arbeit erzielt.

Angestellte mit Pensionskasse
Kleiner Maximalbetrag CHF 7'258, unabhängig von Lohn und Pensum
Selbständige ohne Pensionskasse
20% des Nettoerwerbseinkommens, max. CHF 36'288 – Details im Artikel Säule 3a für Selbständige
Angestellte ohne Pensionskasse
Ebenfalls 20% des Nettolohns, max. CHF 36'288 (z.B. bei Lohn unter der BVG-Eintrittsschwelle)
Nicht erwerbstätige
Keine Einzahlung möglich – auch nicht für Ehepartner ohne eigenes Einkommen; Arbeitslose mit Taggeld dürfen einzahlen
Nach dem Referenzalter
Bis maximal 5 Jahre nach dem Referenzalter, solange ein AHV-pflichtiges Einkommen besteht
Grenzgänger
Einzahlung möglich, der Steuerabzug greift aber nur bei Besteuerung in der Schweiz (Quasi-Ansässigkeit oder ordentliche Veranlagung)

Steuern: Was die Säule 3a bringt und was der Bezug kostet

Bei der Einzahlung

Die Einzahlung reduziert das steuerbare Einkommen bei Bund, Kanton und Gemeinde. Die Ersparnis entspricht ungefähr Einzahlung × Grenzsteuersatz.

Grenzsteuersatz 20%
rund CHF 1'450 Ersparnis bei CHF 7'258
Grenzsteuersatz 30%
rund CHF 2'180 Ersparnis
Grenzsteuersatz 40%
rund CHF 2'900 Ersparnis
Rechner
Persönliche Ersparnis mit dem Steuerersparnis-Rechner berechnen

Beim Bezug

Das Kapital wird einmalig und getrennt vom übrigen Einkommen besteuert – zu einem reduzierten Satz.

Bund
Ein Fünftel des ordentlichen Tarifs
Kantone und Gemeinden
Eigene Tarife; gesamte Belastung bei CHF 100'000 je nach Kanton grob 4 bis 10%
Progression
Je grösser der Bezug in einem Jahr, desto höher der Satz – Bezüge aus 3a und Pensionskasse im selben Jahr werden zusammengezählt
Staffelung
Mehrere Konten in verschiedenen Jahren auflösen senkt die Steuer spürbar; ein Konto kann nur ganz aufgelöst werden

Auszahlung: Wann kommt man an das Geld?

Ordentlicher Bezug

Frühestens
5 Jahre vor dem AHV-Referenzalter (65), also ab 60
Spätestens
Beim Referenzalter – oder bis 5 Jahre danach, wenn man weiterarbeitet
Form
Immer als Kapital, nie als Rente; pro Konto nur als Ganzes

Vorzeitiger Bezug (Ausnahmen)

Wohneigentum
Kauf, Bau oder Amortisation der selbstbewohnten Liegenschaft, alle 5 Jahre möglich – siehe Vorbezug fürs Eigenheim
Selbständigkeit
Aufnahme einer hauptberuflichen selbständigen Erwerbstätigkeit, innerhalb eines Jahres nach Beginn
Auswanderung
Definitives Verlassen der Schweiz
Einkauf in die Pensionskasse
Übertrag in die 2. Säule, steuerneutral
Invalidität
Bezug einer ganzen IV-Rente, sofern das Risiko nicht versichert ist

Konto, Vorsorgefonds oder 3a-App: Welche Lösung passt?

Drei Wege, dasselbe Steuerprivileg

Die Steuerersparnis ist bei allen drei Varianten identisch. Unterschiede gibt es bei Rendite, Risiko und Kosten.

3a-Konto
Verzinst, kein Kursrisiko; aktuelle Zinsen im 3a Zinsvergleich. Sinnvoll bei weniger als 5 Jahren bis zum Bezug
Vorsorgefonds der Banken
Gemischte Fonds mit 15 bis 100% Aktien, TER meist 0.4 bis 1.3%; über 200 Fonds im Vorsorgefonds-Vergleich
3a-Apps
Digitale Lösungen (VIAC, finpension, frankly und weitere) mit ETF-Strategien, Gesamtkosten meist 0.4 bis 0.6%; Übersicht unter 3a-Apps
Faustregel
Ab 10 Jahren Anlagehorizont Wertschriften, davor Konto – ausführlich im Artikel Wertschriftensparen Säule 3a

Mehrere 3a-Konten und Nachzahlung

Mehrere Konten

Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für die Anzahl 3a-Konten. Entscheidend ist, dass die Summe aller Einzahlungen den Maximalbetrag nicht überschreitet.

Zweck
Gestaffelter Bezug in verschiedenen Steuerjahren, um die Progression der Kapitalbezugssteuer zu brechen
Praxis
Ab rund CHF 50'000 Guthaben ein neues Gefäss eröffnen; 3 bis 5 Konten sind üblich
Achtung
Einzelne Kantone akzeptieren die Staffelung nur, wenn sie wirtschaftlich begründet ist; Bezüge im selben Jahr werden zusammengezählt

Nachzahlung seit 2025

Neu können Beitragslücken nachträglich geschlossen werden.

Welche Jahre
Nur Lücken ab 2025, bis 10 Jahre rückwirkend; Lücken vor 2025 bleiben bestehen
Voraussetzung
Im Nachzahlungsjahr ist der ordentliche Maximalbetrag bereits voll einbezahlt, und im Lückenjahr bestand ein AHV-pflichtiges Einkommen
Höhe
Pro nachgezahltes Jahr höchstens der kleine Maximalbetrag
Steuer
Die Nachzahlung ist im Jahr der Einzahlung voll abziehbar

Maximalbeträge Säule 3a 2023 bis 2026

Der kleine Maximalbetrag gilt für Erwerbstätige mit Pensionskasse, der grosse für Erwerbstätige ohne Pensionskasse (20% des Nettoerwerbseinkommens, höchstens der genannte Betrag). Die Beträge sind an die maximale AHV-Rente gekoppelt und werden in der Regel alle zwei Jahre angepasst.

Jahr Mit Pensionskasse Ohne Pensionskasse (max.)
2023 CHF 7'056 CHF 35'280
2024 CHF 7'056 CHF 35'280
2025 CHF 7'258 CHF 36'288
2026 CHF 7'258 CHF 36'288

Alle Beträge seit 2015 und die Regeln im Detail: [Säule 3a Maximalbetrag](/saeule-3a/maximalbetrag). Teilzeit ändert den Maximalbetrag nicht: Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, darf CHF 7'258 einzahlen, auch bei kleinem Pensum. Wer keiner Pensionskasse angeschlossen ist, darf höchstens 20% des Nettoeinkommens einzahlen – bei CHF 20'000 Einkommen also CHF 4'000.

Die Säule 3a ist das einzige Vorsorgeinstrument in der Schweiz, bei dem der Staat die Einzahlung direkt mitfinanziert: Jeder eingezahlte Franken reduziert das steuerbare Einkommen, die Erträge wachsen steuerfrei, und der Bezug wird zu einem reduzierten Satz besteuert. Trotzdem zahlt ein erheblicher Teil der Erwerbstätigen nicht oder nicht den Maximalbetrag ein, und ein grosser Teil des Guthabens liegt auf tief verzinsten Konten.

Die drei Säulen im Überblick

Das Schweizer Vorsorgesystem baut auf drei Säulen. Die AHV (1. Säule) sichert die Existenz und wird im Umlageverfahren finanziert. Die Pensionskasse (2. Säule, BVG) soll zusammen mit der AHV rund 60% des letzten Lohns ersetzen; Details im Artikel BVG/LPP erklärt. Die 3. Säule ist freiwillig und teilt sich in die gebundene Säule 3a mit Steuerabzug und die freie Säule 3b ohne Bindung und ohne Abzug – der Unterschied ist im Artikel Säule 3a vs. 3b erklärt.

Die Lücke zwischen dem letzten Lohn und den Renten aus AHV und Pensionskasse heisst Vorsorgelücke. Bei mittleren und höheren Einkommen liegt sie häufig bei 30 bis 40% des Lohns. Wie gross sie im eigenen Fall ist, zeigt der Vorsorgelücken-Rechner.

Was «gebunden» konkret bedeutet

Das Kapital in der Säule 3a ist bis fünf Jahre vor dem Referenzalter blockiert. Diese Bindung ist der Preis für den Steuerabzug. Sie hat aber auch einen praktischen Vorteil: Das Geld ist dem Alltagsbudget entzogen und bleibt für die Vorsorge reserviert.

Die Bindung ist nicht absolut. Für den Kauf oder die Amortisation des selbstbewohnten Eigenheims, beim Schritt in die Selbständigkeit, bei definitiver Auswanderung oder für den Einkauf in die Pensionskasse darf das Guthaben vorzeitig bezogen werden. Das Pfandrecht ist eine weitere Option: Wer das 3a-Guthaben für eine Hypothek verpfändet statt bezieht, behält den Steuervorteil und die Anlage.

Konto oder Wertschriften: die wichtigste Entscheidung

Die meisten 3a-Guthaben liegen auf Konten. Dort sind sie sicher, werfen aber kaum Zins ab; die Zinssätze reichen aktuell von null bis knapp unter einem Prozent, wie der 3a Zinsvergleich zeigt. Bei 20 oder 30 Jahren Anlagehorizont ist das die teurere Variante: Breit gestreute Wertschriften haben historisch 4 bis 6% pro Jahr erzielt. Auf CHF 7’258 jährlich macht das über 30 Jahre einen Unterschied von mehreren hunderttausend Franken.

Die Wahl zwischen Konto und Wertschriften hängt fast ausschliesslich vom Anlagehorizont ab: Unter fünf Jahren bis zum Bezug gehört das Geld auf das Konto, ab zehn Jahren in Wertschriften. Dazwischen ist eine tiefere Aktienquote sinnvoll. Für Wertschriften stehen zwei Wege offen: die Vorsorgefonds der Banken und die 3a-Apps mit ETF-basierten Strategien. Was dafür und dagegen spricht, steht im Artikel Wertschriftensparen in der Säule 3a.

Kosten entscheiden über die Rendite

Bei Wertschriftenlösungen sind die Kosten der grösste steuerbare Hebel. Die Gesamtkostenquote, kurz TER, reicht bei Bank-Vorsorgefonds von unter 0.4% bis über 1.3% pro Jahr. Ein Prozentpunkt Unterschied kostet über 30 Jahre bei maximaler Einzahlung rund CHF 60’000 Endkapital. Die 3a-Apps liegen mit All-in-Gebühren von 0.4 bis 0.6% im günstigen Bereich. Das Ranking der günstigsten 3a-Lösungen zeigt den Stand aller Angebote.

Säule 3a bei Versicherungen

Neben Banken und Apps bieten auch Lebensversicherer 3a-Lösungen an, meist als fondsgebundene Policen mit Risikoschutz. Sie koppeln Sparen und Versichern, sind in der Regel teurer und weniger flexibel als Banklösungen und bei vorzeitiger Auflösung mit Verlusten verbunden. Wer Risikoschutz braucht, fährt mit einer getrennten Risikoversicherung und einer Bank- oder App-Lösung in der Regel günstiger. Der Artikel Stiftung vs. Banklösung erklärt die Unterschiede der Anbieterformen.

Der richtige Zeitpunkt: früh im Jahr, früh im Leben

Zwei Zeitpunkte zählen. Innerhalb des Jahres bringt eine Einzahlung im Januar bei Wertschriften ein knappes Jahr mehr Anlagezeit als eine Einzahlung im Dezember; wer das Budget nicht auf einmal hat, zahlt per Dauerauftrag monatlich ein. Über das Leben gesehen zählt der frühe Start: Dank Zinseszins wiegt die Einzahlung mit 25 am Ende etwa doppelt so schwer wie die gleiche Einzahlung mit 40. Wie sich Einzahlungen, Rendite und Kosten bis zur Pensionierung entwickeln, lässt sich im Vorsorgerechner mit dem eigenen Produkt durchrechnen.

Häufige Fehler bei der Säule 3a

1

Zu spät starten

Wer mit 25 statt mit 40 beginnt, hat bei gleicher Jahreseinzahlung und 4% Rendite am Ende rund doppelt so viel Kapital.

2

Jahrzehntelang auf dem Konto parkieren

Bei 20 Jahren Horizont kostet die Differenz zwischen 0.5% Zins und 4% Fondsrendite mehr als die gesamte Steuerersparnis.

3

Einzahlung erst im Januar gutschreiben lassen

Zählt fürs neue Jahr; die Lücke im alten Jahr lässt sich erst seit 2025 und nur unter Bedingungen schliessen.

4

Alles in einem Gefäss ansparen

Ohne mehrere Konten ist keine Staffelung möglich – der Bezug landet in einer höheren Progressionsstufe.

5

Begünstigung nicht regeln

Im Todesfall gilt die gesetzliche Reihenfolge (Ehepartner, dann Kinder); Konkubinatspartner müssen schriftlich begünstigt werden.

Checkliste: Säule 3a optimal nutzen

Jährlich den Maximalbetrag einzahlen

CHF 7'258 (2026) mit Pensionskasse; am einfachsten per Dauerauftrag

Gutschrift bis Mitte Dezember sicherstellen

Massgeblich ist die Buchung beim Anbieter bis 31.12.

Bei über 10 Jahren Horizont in Wertschriften anlegen

Fonds oder App statt Konto; Aktienquote zum Horizont passend

Gesamtkosten vergleichen

TER bzw. All-in-Fee unter 0.6% ist heute Standard bei günstigen Anbietern

Ab CHF 50'000 ein weiteres Konto eröffnen

Ermöglicht die gestaffelte Auszahlung

Begünstigung prüfen

Besonders im Konkubinat oder bei Patchwork-Familien

Bezug mit der Pensionskasse abstimmen

3a- und PK-Kapitalbezüge im selben Jahr werden zusammengezählt

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Häufige Fragen