Schweiz

3a Stiftung oder Bank? Kosten-Vergleich

3a-Stiftung vs. Bank: Kostenunterschiede über 30 Jahre. Stiftung TER typisch 0.4-0.6%, Bank 0.8-1.2%. Welcher Anbietertyp passt?

5 Min.
Definition

Stiftung vs. Banklösung (3a)

3a-Anbieter gibt es in zwei Formen: Stiftungen sind spezialisierte Non-Profit-Organisationen, die nur Vorsorgeprodukte anbieten - meist digital, günstig, App-basiert. Banklösungen sind klassische Banken mit 3a als Teil ihres Angebots - oft teurer, dafür mit Filialnetz und persönlicher Beratung.

Kurz erklärt

Stiftungslösung
Digitale Stiftungen (App-basiert), nur Vorsorge (3a/Freizügigkeit), TER 0.4-0.6%, digitale Beratung, für kostenoptimierte Anleger
Banklösung
Grossbanken/Regionalbanken, breites Finanzangebot, TER 0.7-1.2%, persönliche Beratung in Filiale, für Komfort-orientierte Anleger
Kostenunterschied
CHF 60'000+ Unterschied über 30 Jahre allein durch TER-Differenz (0.45% vs. 1.10%)

Stiftungslösung: Vor- & Nachteile

Vorteile

Warum digitale Stiftungen für die meisten besser sind:

Niedrige Kosten
TER 0.39-0.47% (Beispiele: verschiedene digitale Stiftungen)
Transparenz
Klare Kostenübersicht, keine versteckten Gebühren, Echtzeit-Portfolio in App
Flexibilität
Freie Fondsauswahl (10-30 Fonds), Strategiewechsel meist kostenlos, einfache Teilauszahlungen
Digitale Effizienz
24/7 Zugriff via App, Automatisierung (Dauerauftrag, Rebalancing), 10 Min. Kontoeröffnung
Spezialisierung
Fokus nur auf Vorsorge = Expertise, moderne Plattformen (bessere UX)

Nachteile

Was digitale Stiftungen nicht bieten:

Keine persönliche Beratung
Kein Kundenberater in Filiale, Support meist nur per Chat/E-Mail (aber oft sehr gut)
Keine physische Präsenz
Kein Schalter für Bargeld/Dokumente, alles digital (für manche ungewohnt)
Kleinere Markenbekanntheit
Weniger bekannt als Grossbanken (obwohl FINMA-reguliert)
Begrenzte Produktpalette
Nur 3a & Freizügigkeit (keine Hypotheken, Konten) - wer alles aus einer Hand will, braucht zusätzliche Bank

Banklösung: Vor- & Nachteile

Vorteile

Wann Banklösungen sinnvoll sein können:

Persönliche Beratung
Termin mit Kundenberater möglich, hilfreich bei komplexen Situationen (Einkäufe, Eigenheimfinanzierung)
Alles aus einer Hand
3a, Privatkonto, Hypothek, Depot bei einer Bank - bequem für Konsolidierung
Filialnetz
Physische Präsenz (Schalter, Beratung vor Ort), Vertrauen durch Markenbekanntheit
Zusatzleistungen
Vorsorgegespräch (oft kostenlos), Integration in Finanzplanung (Pensionierung, Nachlass)
Kundenbeziehung
Langjährige Beziehung, Gewohnheit

Nachteile

Die Kehrseite klassischer Banklösungen:

Höhere Kosten
TER 0.56-1.15% (Beispiele: verschiedene Banken, passiv bis aktiv)
Verkaufsdruck
Berater haben oft Verkaufsziele (Upselling zu teureren Produkten), Premium-Beratung kostet extra
Weniger Transparenz
Versteckte Gebühren (Depotgebühren, Transaktionskosten), unübersichtliches Performance-Reporting
Schwerfällige Prozesse
Kontoeröffnung: Filialbesuch + Papierformulare, Strategiewechsel: Termin nötig, Gebühren möglich
Interessenkonflikte
Banken verdienen an Ihren Produkten = Anreiz, teurere Fonds zu verkaufen

Praxisbeispiele: Wer passt zu wem?

Profil 1: Sarah, 28, Tech-affin

Erste Stelle, digital-native, will optimale Rendite

Wahl
Digitale Stiftung (App-basiert)
Begründung
Niedrige TER (0.44%) = CHF 60'000+ mehr über 35 Jahre, App passt zu Lifestyle, keine Beratung nötig
Ergebnis
CHF 660'000 statt CHF 600'000 (vs. Bank mit TER 1.0%)

Profil 2: Marco, 52, Traditionalist

Langjähriger Bankkunde, will persönliche Beratung, komplex (Eigenheim, Einkäufe)

Wahl
Grossbank (Traditionell)
Begründung
Vertrauensbeziehung seit 20 Jahren, persönlicher Berater kennt Situation, bereit höhere Kosten für Komfort zu zahlen
Kosten
+CHF 30'000 über 13 Jahre (vs. Stiftung), aber Mehrwert durch Beratung

Profil 3: Anna, 35, Pragmatisch

Will bestes Preis-Leistungs-Verhältnis, aber mag Apps nicht

Wahl
Kantonalbank-Stiftung (Hybrid-Modell)
Begründung
Günstige TER (0.47%), Kantonalbank dahinter (vertrauenswürdig), einfachere Plattform
Kompromiss
Niedrige Kosten + Markenvertrauen

Profil 4: Tom, 45, Maximalist

Will absolute Kostenkontrolle, bereit selbst zu recherchieren

Wahl
Spezialisierte Stiftung (Kostenführer)
Begründung
Niedrigste TER am Markt (0.39%), freie ETF-Auswahl (100+ Fonds), transparentes Kostenmodell
Ergebnis
Maximale Rendite, aber erfordert mehr Eigenverantwortung

Sicherheit: Stiftung vs. Bank

Mythos vs. Realität

Beide sind gleich sicher - hier ist warum:

FINMA-Regulierung
Stiftungen und Banken unterliegen derselben Aufsicht, gleiche Transparenz- und Solvenzanforderungen
Sondervermögen
Ihr 3a-Kapital ist getrennt vom Anbieter-Vermögen - bei Konkurs bleibt Ihr Geld geschützt
Einlagensicherung
3a-Sparkonten bei Banken: CHF 100'000 Einlagensicherung, 3a-Fonds: Sondervermögen (keine Limite)
Fazit
Sicherheit ist KEIN Argument für Bank vs. Stiftung

Wechsel: Von Bank zu Stiftung (oder umgekehrt)

Prozess

So wechseln Sie Ihren 3a-Anbieter:

Schritt 1
Neues 3a-Konto bei neuem Anbieter eröffnen
Schritt 2
Freizügigkeitspolice beim alten Anbieter beantragen
Schritt 3
Kapital wird transferiert (meist 2-4 Wochen)

Kosten & Nutzen

Lohnt sich ein Wechsel?

Kosten
Stiftung → Bank: CHF 0-100, Bank → Stiftung: CHF 100-300
Steuerlich
Wechsel ist steuerfrei (kein Verkauf, nur Transfer)
Beispiel
CHF 50'000 Kapital, TER-Unterschied 0.7%: Jährliche Ersparnis CHF 350, Amortisation 7 Monate, nach 10 Jahren CHF 3'500 gespart
Faustregel
Ein Wechsel kann sich lohnen, wenn der TER-Unterschied >0.3% beträgt

Hybride Modelle: Kantonalbanken

Das Beste aus beiden Welten

Manche Kantonalbanken bieten beide Optionen:

Digital-Stiftung
TER 0.47%, App-basiert, moderne digitale Lösung
Klassisches 3a
TER 0.8-1.1%, Filialberatung, traditionelle Banklösung
Vorteil
Kunde kann wählen (günstig digital vs. Beratung persönlich) - alles bei einer Institution
Weitere Beispiele
Grossbanken mit Digital-Angeboten, Regionalbanken mit beiden Optionen

Vergleich: Stiftung vs. Bank (Übersicht)

Stiftung (Digital)

Spezialisierte Non-Profit-Organisationen, nur Vorsorgeprodukte

[TER](/wissen/ter) (Durchschnitt)
0.4-0.6%
Kontoeröffnung
Online, 10 Min.
Beratung
Digital (Chat, FAQ)
Produktauswahl
Nur 3a/Freizügigkeit
Flexibilität
Hoch (jederzeit online)
Transparenz
Sehr hoch
Markenbekanntheit
Niedrig-Mittel
Filialnetz
Keines
Sicherheit
FINMA-reguliert, Sondervermögen
Beispiel
Ideal für: Kostenoptimierte, selbstständige Anleger

Bank (Traditionell)

Klassische Banken mit 3a als Teil des Gesamtangebots

[TER](/wissen/ter) (Durchschnitt)
0.7-1.2%
Kontoeröffnung
Filiale, 1-2 Wochen
Beratung
Persönlich (Filiale)
Produktauswahl
Breites Angebot (Konto, Hypothek, etc.)
Flexibilität
Mittel (Termin oft nötig)
Transparenz
Mittel
Markenbekanntheit
Sehr hoch
Filialnetz
Schweizweit
Sicherheit
FINMA-reguliert, Einlagensicherung
Beispiel
Ideal für: Komfort-orientierte Anleger, alles aus einer Hand

Impact über 30 Jahre

CHF 60'000 Unterschied allein durch TER-Differenz bei gleicher Anlagestrategie

  • Stiftung (TER 0.45%): Endkapital CHF 520'000
  • Bank (TER 1.10%): Endkapital CHF 460'000
  • Grund: Banken haben höhere Strukturkosten (Filialen, Berater)

Kostenunterschied über 30 Jahre (CHF 7'056/Jahr, 5.5% Bruttorendite)

Der [TER](/wissen/ter)-Unterschied summiert sich massiv auf

Anbietertyp [TER](/wissen/ter) Netto-Rendite Endkapital Differenz
Stiftung (günstig) 0.45% 5.05% CHF 520'000 -
Bank (Durchschnitt) 1.10% 4.40% CHF 460'000 -CHF 60'000

CHF 60'000 Unterschied allein durch [TER](/wissen/ter)!

Checkliste: Stiftung oder Bank?

Wählen Sie Stiftung, wenn:

Kosten minimieren (TER <0.6%), digital-affin, keine persönliche Beratung nötig, selbstständige Entscheidungen, nur 3a/Freizügigkeit

Wählen Sie Bank, wenn:

Persönliche Beratung wichtig (komplexe Situation), alles aus einer Hand, Wert auf Filialnetz, langjährige Kundenbeziehung, höhere Kosten für Komfort akzeptabel

Kompromiss:

Hybride Modelle (z.B. Kantonalbank-Stiftungen) - niedrige Kosten + Markenvertrauen

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Häufige Fragen