Grundlagen

Risikoklassen 1-7: Welche passt zu mir?

Risikoklasse 1 = sicher (0% Aktien), Klasse 6 = riskant (100% Aktien). Je länger bis Pension, desto höher kann sie sein.

4 Min.
Definition

Risikoklassen

Risikoklassen stufen Vorsorgeprodukte auf einer Skala von 1 (sehr sicher) bis 7 (sehr riskant) ein. Sie zeigen, wie stark der Wert Ihrer Anlage schwanken kann. Je höher die Risikoklasse, desto grösser die möglichen Gewinne - aber auch die möglichen Verluste.

Kurz erklärt

Skala
1 (sehr sicher) bis 7 (sehr riskant)
Basis
Aktienquote, Volatilität, Anlageregion
Beispiel
100% Obligationen = Klasse 2, 100% Aktien = Klasse 6
Faustregel
Je länger bis Pension, desto höher darf Risiko sein
Wichtig
Risiko muss zu Ihrer Risikobereitschaft passen

Warum Risikoklassen wichtig sind

Die 7 Risikoklassen im Detail

Risikoklasse 1-2: Sehr sicher bis sicher

Geringe Schwankungen, aber auch niedrige Renditen:

Typische Produkte
Sparkonto 3a, Obligationenfonds (100% Anleihen)
Erwartete Rendite
0.5-2% pro Jahr
Schwankungsrisiko
Sehr gering (max. ±3% pro Jahr)
Für wen
Kurz vor Pension (0-5 Jahre), sehr sicherheitsorientiert

Risikoklasse 3-4: Ausgewogen

Mischung aus Sicherheit und Renditechancen:

Typische Produkte
25-50% Aktien, Rest Obligationen
Erwartete Rendite
3-4% pro Jahr
Schwankungsrisiko
Mittel (±5-10% pro Jahr)
Für wen
Mittlerer Anlagehorizont (10-20 Jahre)

Risikoklasse 5-6: Wachstumsorientiert

Hohe Renditechancen, aber auch starke Schwankungen:

Typische Produkte
75-100% Aktien
Erwartete Rendite
5-7% pro Jahr (langfristig)
Schwankungsrisiko
Hoch (±15-25% pro Jahr)
Für wen
Langer Anlagehorizont (20+ Jahre), risikobereit

Risikoklasse 7: Sehr riskant

Spekulative Anlagen mit extremen Schwankungen:

Typische Produkte
Einzelaktien, Emerging Markets, Kryptowährungen
Erwartete Rendite
Sehr unsicher
Schwankungsrisiko
Extrem hoch (>30% pro Jahr)
Für Säule 3a
⚠️ Meist nicht geeignet

Wie finde ich die richtige Risikoklasse?

Faktoren für die Wahl

Diese drei Faktoren bestimmen Ihre optimale Risikoklasse:

Anlagehorizont
30 Jahre bis Pension → Klasse 5-6 möglich; 5 Jahre → max. Klasse 3
Risikobereitschaft
Können Sie 20% Verlust verkraften? Ja → Klasse 5-6; Nein → Klasse 2-3
Vorsorgesituation
Bereits hohe PK-Rente? → Höheres Risiko möglich
Lebenssituation
Sicheres Einkommen? → Höheres Risiko möglich

Beispiele nach Alter

Richtwerte - individuell anpassen:

25-35 Jahre (30-40 Jahre bis Pension)
Risikoklasse 5-6 (75-100% Aktien)
35-45 Jahre (20-30 Jahre bis Pension)
Risikoklasse 4-5 (50-75% Aktien)
45-55 Jahre (10-20 Jahre bis Pension)
Risikoklasse 3-4 (25-50% Aktien)
55-65 Jahre (0-10 Jahre bis Pension)
Risikoklasse 2-3 (0-25% Aktien)

Häufige Fehler bei der Risikowahl

1

Zu konservativ trotz langem Horizont

Warum problematisch

Manche junge Leute wählen Klasse 2-3, obwohl 5-6 zum Horizont passen könnte

Besser

Mit 30 Jahren und 35 Jahren bis Pension: Klasse 5-6 kann erwägenswert sein

2

Zu riskant kurz vor Pension

Warum problematisch

5 Jahre vor Pension noch 100% Aktien - ein Crash vernichtet Jahre Aufbau

Besser

Ab 10 Jahre vor Pension schrittweise reduzieren

3

Panikverkauf bei Schwankungen

Warum problematisch

Kurssturz führt zu Verkauf = Verlust realisiert

Besser

Risikoklasse wählen, die Sie durchhalten können

4

Rendite-Versprechen blind glauben

Warum problematisch

Hohe Rendite = hohes Risiko, nie garantiert

Besser

Realistisch bleiben: 5-7% p.a. ist bereits sehr gut

Checkliste: Passende Risikoklasse finden

Anlagehorizont berechnen

Jahre bis Pensionierung

Risikobereitschaft ehrlich einschätzen

Schlaftest: Können Sie nachts ruhig schlafen bei -20%?

Vorhandenes Vermögen berücksichtigen

Je mehr andere Vorsorge, desto mehr Risiko möglich

Lebenssituation einbeziehen

Sicherer Job, keine Schulden → mehr Spielraum

Bei Unsicherheit: Ausgewogen starten

Risikoklasse 3-4 ist selten falsch

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Häufige Fragen